welche die Schleimhaut eine relativ starke Schwellung erleidet. In Verbindung mit der benachbarten Partie der Subcutis entsteht in der Schleimhaut des falschen Nasenloches sehr häufig eine starke hämorrhagische Intumescenz. — Abfluss von gelblichem oder gelbröthlichem Blutserum oder von flüssigem Blut aus der Nase. — Petechien und hämorrhagische Schwellung in der Oonjunctiva eines oder beider Augen mit Ausfluss von Blutserum oder Blut aus den Augenwinkeln. — Weniger constant, aber doch nicht selten finden sich kleine und grössere Blutflecke in der unteren Hälfte der Maulschleimhaut, namentlich an den Lippen und zu beiden Seiten der Zunge.
Blutflecke in der Haut. Theils in der Substanz der Haut, mehr aber in der Subcutis treten derbe oder auch ödematöse Geschwülste von dem Umfange eines Taubeneies bis eines menschlichen Kopfes und darüber hervor. In der unteren Hälfte des Kopfes zeigen sich die Schwellungen an den Lippen, den Rändern der Nasenlöcher, auf und neben den Nasenbeinen und an den Backen. Die blutige Infiltration und die gelatinöse Exsudation in die Subcutis führen zu starken Anschwellungen der Haut an einer oder gleichzeitig an beiden Seiten des Kopfes, welcher oft ein ganz unförmiges Ansehen erlangt. — An den Gliedmassen können in ihrer ganzen Ausdehnung und an beiden Seiten wallnuss- bis gänseeigrosse, scharf abgesetzte Beulen in der Haut oder auch diffuse und sehr umfangreiche Schwellungen in der Subcutis entstehen. — Unter dem Bauche, an der Brust, am Halse und bei Hengsten oder Wallachen am Schlauche kommen oft derbe oder ödematöse, blutige Schwellungen der Haut und der Unterhaut zur Ausbildung.
Athembeschwerde. So lange der Respirationstractus in Folge der blutigen oder entzündlichen Schwellungen keine Verkleinerung seines Lumens erleidet, ist die Athmung normal oder nur unerheblich beschleunigt. Schmerzhafte Zustände an den Gliedmassen bedingen oft eine massige Steigerung der Respirationsfrequenz mit Anspannung der Bauchmuskulatur. Erhebliche Schwellungen der Naseneingänge oder der Muscheln verursachen in- und exspiratorisches Schnieben. Blutige oder entzündliche Infiltrationen der Rachenschleimhaut, die oft sehr schnell (innerhalb einer Stunde) entstehen, geben sich durch laryngeale Dyspnoe mit lauten inspiratorischen oder in- und exspiratorischen Kehlkopfsgeräuschen (Giemen, Rohren, Kreischen) zu erkennen.
Fieber und Benommenheit des Bewusstseins. Wenn nicht die Vorkrankheit einen fieberhaften Charakter hatte, so erfolgt die krankhafte Erhöhung der Bluttemperatur erst nach Ausbildung der Blutflecke in dem einen oder anderen Organ. Die Fiebertemperatur erhält sichnicht gleichmässig; sie steigt oft nicht über 39,5°, zuweilen aber bis 41,0° und darüber.
Stärkere Schwellungen in der Haut des Kopfes und in der Nase verursachen den Patienten Schmerzen. In Folge dessen wird der Kopf auf die Krippe gestützt oder in gesenkter Haltung nach vorn gestreckt. Auch die entzündlichen Localaffectionen an den Gliedmassen werden durch die Spannung der Haut und der Fascien schmerzhaft. Da die Pferde sich nicht niederlegen, so bekunden sie bei erheblicher Erkrankung eine mehr oder minder starke constitutionelle Ermüdung.
Beschwerden beim Gehen und Stehen. Die schmerzhaften Zustände in der Haut, besonders an den Gliedmassen, behindern die Pferde in der Bewegung. Eine Aenderung der Stellung muss gewöhnlich durch starkes Antreiben erzwungen werden. Zum Niederlegen finden sich die Thiere nur bei leichter Erkrankung und wenn die Gliedmassen in geringem Grade leiden, oder in Folge übermässiger Ermüdung veranlasst. Die letztgedachten Patienten können sich in der Regel aus eigener Kraft nicht wieder emporrichten. — Wenn starke Schmerzempfindungen durch Blutflecke und entzündliche Affectionen in den Lenden-Darmbeinmuskeln oder in den langen Rückenmuskeln sich geltend machen, so stehen die Pferde mit|gestreckter Stellung der Hintergliedmassen.
Pulsfrequenz. Im Beginn der Krankheit steigt die Zahl der Pulse nur dann erheblich, wenn von vornherein die Magen-Darmschleimhaut erkrankt. Sonst bleibt die Pulsfrequenz so lange gering, bis die Schwellungen der Organe und die schmerzhaften Empfindungen in den localen Krankheitsherden einen höheren Grad erreichen. In der Regel steigt die Pulszahl zunächst nicht über 50 — 70 in der Minute. Eine Frequenz von mehr als 80 findet sich in Folge starker Blutverluste oder , mit dem Eintritt von Complicationen.
Störungen im Digestionsapparat. Leichte Verminderung des Appetits bei schmerzhaften Zuständen in der Haut. Beschwerde und selbst Unvermögen zum Kauen bei erheblichen Schwellungen am Kopfe. Ausfluss von Speichel und Blutserum bei hämorrhagischen Herden im Maul und in der Rachenschleimhaut. Schluckbeschwerde mit gestreckter Haltung des Kopfes, selbst vollständige Aufhebung des Schluckvermögens bei hämorrhagischen und entzündlichen Zuständen in der Rachenschleimhaut. Unter solchen Verhältnissen bringen die Pferde oft einzelne Bissen Heu oder Stroh, auch Kurzfutter bis hinter die Backzähne, ohne dieselben weiter befördern zu können. Auch entleert sich nicht selten Speichel mit Futterpartikeln oder Getränk aus der Nase.
Wenn sich grössere Blutflecke in der Magen-Darmschleimhaut ausbilden, so bekunden die Patienten Koliksymptome, die bei der Etablirung von schweren Localprocessen am Pylorus und im Duodenum sehr heftig sind, sonst aber in massigem Grade und nicht selten mit zeitweisen Remissionen auftreten. Diffuse Entzündungen der Darmschleimhaut bedingen ausserdem vollständige Inappetenz mit venöser Färbung der Schleimhäute und starker Pulsfrequenz.
Die Entleerung der Excremente richtet sich nach der Quantität des aufgenommenen Futters. Oft besteht aber ein diffuser Mastdarm-Katarrh, wobei spärliche Kothbälle mit reichlicher Abscheidung von Schleim abgesetzt werden. — Diarrhoische Entleerung der Fäcalstoffe ist ein Symptom der Complicationen oder Nachkrankheiten.